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Erste kleine Rolle für Maxi

Heute »Weil ich gut bin« von Klaus-Peter Wolf in der ARD/Vater und Tochter im Gespräch

sz/zel Köln/Bruchertseifen. Frankfurt, die Stadt, in der das große Geld gemacht wird. Die Wolkenkratzer der Banken ragen mitten aus dem Häusermeer empor - und gehören doch zu einer Welt, die für viele Be- wohner der Stadt unerreichbar bleibt. Mücke (Tom Schilling) ist so einer. Er ist 17 Jahre jung, aber schon auf dem besten Weg, sich seine Zu- kunft endgültig zu verbauen. Wegen zahlreicher Auto- diebstähle sitzt er eine Jugendstrafe ab. Bethke (Dieter Landuris, r.) drückt dem verdutzten Mücke (Tom Schilling) die Autoschlüssel für eine kleine Spritztour in die Hand.Bis zum Hals in Problemen steht auch seine auf- opferungsvolle Freundin Sweta (Julia Hummer). Die Mutter: eine schwere Alkoholikerin (Nina Petri). Die jüngere Schwester: eine drogenabhänige Prostituierte (Nele Hippe Davies). Ein scheinbar perspektivloses Leben, das der Autor Klaus-Peter Wolf (Bruchertseifen/Köln) da schildert in seinem Fernsehfilm »Weil ich gut bin« (heute, 20.15 Uhr, ARD).
Doch dann ist Besserung in Sicht. Autohändler Bethke (Dieter Landuris), selbst ein Mann mit krimineller Vergangenheit, hat sich zum Ziel gesetzt, vorbestraften Jugendlichen zu helfen, lässt sie bei sich arbeiten und wohnen. Auch den Autospezialisten Mücke nimmt er bei sich auf. Schnell avanciert der zu seinem besonderen Schützling. Doch dann ist nicht nur Mückes Beziehung zu Sweta ungeahnten Belastungen ausgesetzt. In seiner neuen Bleibe stößt Mücke auf alte Bekannte aus seiner kriminellen Vergangenheit – und die stecken mitten in der Planung eines großen Coups. Ihr Opfer: Bethke. Genauer gesagt: dessen Oldtimersammlung …
Die Tragikkomödie »Weil ich gut bin« sieht Klaus-Peter Wolf nicht als Fortsetzung seines Erfolgsfilms »Svens Geheimnis«, aber er baue auf dieser Grundlage auf. Für »Svens Geheimnis« (1994), einen Film über zwei Kinder, die auf dem besten Wege sind, eine Kriminellen-»Karriere« zu machen, erhielt Wolf neben dem Erich-Kästner-Preis auch interna- tionale Preise. Ganz neue Erfahrung: Wolfs Tochter Maxi spielt in dem Film ihre erste Rolle. Das Drehbuch habe zu Hause rumgelegen, erzählt sie, es habe sie interessiert und da habe sie sich für eine Rolle der Julia, Swetas Schwester, beworben. Die hat sie nicht gekriegt, dafür spielt sie jetzt eine »drogensüchtige Straßennutte«, wie sie selbst sagt. »Ein Drehtag in Frankfurt«, erinnert sie sich. Drei Sätze spricht sie in den 20 Sekunden, die sie im Film zu sehen ist. Nein, der Vater habe die Rolle nicht für sie geschrieben, erklärt Maxi Wolf. Und auch Klaus-Peter Wolf meint: »Der Beste oder die Beste kriegt die Rolle. Das geht nicht anders bei so einem Millionending.« Gerade bei seiner Tochter habe er sich absolut rausgehalten, obwohl er sonst mit Produzent (Hans Günter Herbertz) und Regisseur (Miguel Alexandre) bei der Umsetzung eng zusammenarbeitet.
Vater und Tochter erreichte die SZ auf dem Weg zu Maxis erstem Interview für die Landesschau des SWR (heute, 19.20 Uhr). Auf seine Tochter ist Wolf hörbar stolz. Erzählt, dass sie nach ihrem ersten Dreh standing ovations vom gesamten Team bekommen habe. Und dass Alexandre ihm gesagt habe, Maxi sei »hoch begabt«. Deshalb will Maxi auch am Ball bleiben. Ein Vorsprechen bei einer Schauspielschule hat sie noch vor sich. Wenn das nicht klappt, nimmt sie sich erstmal das Fachabi vor, aber die Schauspielerei will sie nicht aus den Augen lassen. Jetzt zieht sie aus dem Westerwald nach Bonn.
Der Westerwald kommt im Film übrigens auch vor. Naja, nicht wirklich. Zwar lebt Klaus-Peter Wolf zeitweise auch in Köln, aber der alten Heimat Bruchertseifen hat er in »Weil ich gut bin« - wie er sagt - ein kleines Denkmal gesetzt: Eine seiner Figuren heißt Bruchseifer.

Artikel 09

  • Zeitung/Magazin

    • Siegener Zeitung
    • 13. März 2002